Eine baumähnliche Stahlkonstruktion, die von MSE Engenharia zur Befestigung von Photovoltaikanlagen entworfen wurde.
Erfolgsgeschichten

Entwurf einer baumförmigen Solaranlage in Brasilien mit BIM-integriertem Arbeitsablauf

Herausforderung

MSE Engenharia, ein in Paraná ansässiges Ingenieurbüro für Industrietechnik, musste in Londrina eine baumförmige Stahlkonstruktion zur Befestigung von Photovoltaikmodulen entwerfen – wobei strukturelle Integrität und ästhetische Ansprüche unter Windlasten miteinander in Einklang gebracht werden mussten. Das Team befasst sich zudem regelmäßig mit groß angelegten Industrieanlagen, die Stahl-Beton-Konstruktionen, Analysen nach Theorie II. Ordnung und Anschlussnachweise unter hohem Zeitdruck umfassen.

Bisher fehlte ihrer Software eine Revit-Schnittstelle, sodass die Ingenieure gezwungen waren, Daten zwischen der Entwurfs- und der Analysephase manuell neu einzugeben. Verlorene Querschnittsdaten, Versionsinkonsistenzen und doppelter Arbeitsaufwand führten zu ständigen Verzögerungen im Projektablauf.

Lösung

Victor Luis de Oliveira und Carlos Eduardo Amaral Nicacio setzten RFEM 6 ein und integrierten es direkt in Revit als Kernstück ihres BIM-Workflows. Die konzeptionelle Modellierung erfolgt in Revit, wird anschließend zur Berechnung in RFEM importiert und schließlich zur Dokumentation wieder nach Revit exportiert. Das Add-On Stahlanschlüsse übernimmt die Anschlussbemessung im selben Modell – einschließlich des Stützenfußes des Solarbaums und der vollständigen Windlastanalyse – und verhindert so den Datenverlust und die Nachbearbeitung, die bei ihrem früheren Ansatz auftraten.

Vorteile

  • Nahtloser BIM-Datenaustausch: Die Revit–RFEM-Schnittstelle überträgt Querschnitte und Geometrie in beide Richtungen präzise und vermeidet so Doppeleingaben und Versionskonflikte.
  • All-in-One-Bemessungsumgebung: Die Nachweise für Stahlanschlüsse erfolgen im selben Modell, wodurch das Risiko entfällt, dass veraltete Daten für Verbindungsberechnungen verwendet werden.
  • Sicherheit bei der Berechnung nach Theorie II. Ordnung: Die P-Delta- und Imperfektionsbehandlung von RFEM liefert zuverlässige Ergebnisse bei geometrisch komplexen Industriegebäuden.
  • Neue Bemessungsmöglichkeiten: Das Team erweitert seine Kompetenzen auf die Bemessung von Aluminium- und Stahlblechkonstruktionen; als Nächstes sind Holzkonstruktionen geplant.
  • Reaktionsschneller Support: Das Dlubal-Team in Argentinien steht jederzeit mit schneller und kompetenter Unterstützung zur Verfügung.

RFEM 6 als Dreh- und Angelpunkt des BIM-integrierten Arbeitsablaufs

Der entscheidende Schritt für MSE Engenharia bestand darin, den Arbeitsablauf in einer einzigen, interoperablen Umgebung zu konsolidieren. Zuvor erfolgte der Datenaustausch zwischen den Tools manuell und war fehleranfällig – Querschnitte gingen verloren, Änderungen mussten doppelt vorgenommen werden und es bestand die Gefahr, dass veraltete Modelle in den endgültigen Berechnungen verwendet wurden.

RFEM 6 hat dieses Problem durch eine direkte, bidirektionale Revit-Schnittstelle gelöst. Das Team modelliert in Revit, führt die Berechnung in RFEM durch und kehrt zur Dokumentation wieder zu Revit zurück – wobei alle Querschnittsdefinitionen und die Geometrie durchgehend erhalten bleiben. Dies gilt gleichermaßen für Stahl- und Betonkonstruktionen über das gesamte Projektspektrum hinweg.

Stahlanschlüsse: Ein Modell, kein Datenverlust

Bisher war der Export von Verbindungsdaten in ein separates Werkzeug zur Anschlussbemessung langsam und mit Datenverlusten verbunden. Jede Modelländerung musste manuell in der Anschlusssoftware repliziert werden – was bei jedem Schritt ein Risiko mit sich brachte.

Mit dem Add-On Stahlanschlüsse in RFEM 6 wurde dieses Problem vollständig beseitigt. Die Schnittgrößen werden direkt in die Berechnungen auf Anschlussebene im selben Arbeitsbereich übertragen. Für den Solarturm in Londrina wurde hier neben der vollständigen Windlastanalyse auch der Stützenfuß entworfen und nachgewiesen.

Industrieanlagen: Theorie II. Ordnung und die nächsten Schritte

MSE Engenharia plant regelmäßig Fabriken, Lagerhallen und Verarbeitungsanlagen, bei denen Beton und Stahl kombiniert werden. Bei einem kürzlich realisierten hohen Industriegebäude mit komplexer Form bewältigte die Analyse nach Theorie II. Ordnung in RFEM die Modellierung von Ungenauigkeiten und Stabilitätsnachweise effizient – mit Ergebnissen, die das Team als sehr zufriedenstellend bezeichnete.

Für die Zukunft plant das Team, RFEM auf Holzkonstruktionen auszuweiten und integriert bereits die Funktion zur Bemessung von Aluminium und Stahlblechen in seine Praxis. Das Dlubal-Supportteam in Argentinien war dabei stets eine zuverlässige Anlaufstelle.